Oberrheingebiet Taubergießen Auwald Oberrheinisches Tiefland

Ursprünglich konnte der Rhein im tektonisch entstandenen Oberrheingraben auf etwa 10 Kilometern Breite frei mäandrieren. Doch seit Tulla ist alles anders: der Flussbaumeister "bändigte" im 19. Jahrhundert den Rhein, indem er ihn begradigte und seinen Lauf von Basel bis Mannheim um 90 Kilometer verkürzte. Was zunächst als Jahrhundertwerk gepriesen wurde, stellte sich später als Fehlplanung heraus. Der beschleunigte Abfluss führte zur Eintiefung des Flussbettes und damit verbunden zur Absenkung des Grundwasserspiegels. Großflächiges Sterben der Auwälder und Versteppung der Feuchtwiesen waren die Folge. Der Mensch begann zudem ehemals vom Hochwasser beeinflusste Gebiete gezielt zu entwässern und landwirtschaftlich oder verkehrstechnisch zu nutzen. Der Verlust amphibischer Bereiche wird mit dem Rückgang von Wiesenvögeln wie Kiebitz, Storch oder Uferschnepfe besonders deutlich. Die in immer kürzeren Zeitintervallen auftretenden Jahrhunderthochwasser haben uns jedoch gelehrt, mehr mit als gegen die Natur zu arbeiten, also die Flussdynamik wieder stärker in den eigenen Lebensrhythmus einzubeziehen, nicht mehr in hochwassergefährdeten Gebieten zu bauen und so auch Nachtreiher, Wechselkröte, Eisvogel und Co. wieder eine neue Chance zu geben. Hochwasserschutz mit der Natur soll das Integrierte Rheinprogramm des Landes Baden-Württemberg gewährleisten. Im Naturschutzgebiet Taubergießen nördlich von Freiburg oder in den Rastatter Rheinauen kann man sich ein Bild vom einstigen Urwald am Rhein machen.

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