Ruderboot Obstbaumblüte

Seit jeher siedeln Menschen im klimatischen Gunstraum des Neckars und seiner Umgebung: Schon lange bevor die Römer an den Hängen Weinbau betrieben, wurden jungsteinzeitliche Jäger hier sesshaft und lebten von Ackerbau und Viehzucht. Der Neckar ist nicht nur Lebensader der Landschaft, sondern Teil eines Landschaftsmosaiks aus gewellten Hügelländern, flachen Auenbereichen sowie einem Wechsel zwischen offener Agrarlandschaft, steilen Rebhängen und fruchtbaren Hochflächen – eine üppige Landschaft, welche nicht nur Goethe und Hölderlin inspirierte. Die Abfolge unterschiedlichster Lebensräume von der Neckarquelle im Schwenninger Moos bis zur Mündung des Flusses in den Rhein bei Mannheim resultiert aus den verschiedensten geologisch-geomorphologischen Voraussetzungen: die Gäulandschaften verdanken ihre Fruchtbarkeit dem Löß. Wo die Lößdecke sich nur dünn über den Muschelkalk legt, durchsetzen kantige Gesteinsbrocken den Ackerboden, die von den Bauern zu Lesesteinreihen aufgehäuft wurden. Die darauf wachsenden Schlehenhecken verliehen dem Heckengäu seinen Namen. Die sanften Keuperhänge sind von Streuobstwiesen bedeckt, steile Muschelkalkhänge eignen sich hervorragend für Weinbau und der Odenwald stockt auf nährstoffarmen Buntsandstein – die Landschaftsformen entlang des Neckars sind vielfältig. Die Tier- und Pflanzenwelt steht dem in nichts nach: Eisvogel, Pirol und Gelbe Teichrose deuten auf ein hohes natürliches Potenzial des Neckars und seiner Nebenflüsse hin. Renaturierungsprojekte wie die Neuschaffung eines Neckararmes bei Benningen stimmen hoffnungsvoll in der Bemühung, die Fließgewässer stärker mit der umgebenden Landschaft zu vernetzen. Die Landschaft droht heute jedoch ihr "Gesicht" zu verlieren: der Ballungsraum Stuttgart überformt die Siedlungen durch zügelloses Wachstum. Die Bewahrung der alten Kulturlandschaft unter Berücksichtigung landschaftsschonender Bewirtschaftungsformen und ein sparsamer Landschaftsverbrauch durch Instandsetzung der alten Siedlungskerne sind nicht zu unterschätzende weiche Standortfaktoren der Region.

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